12.08.

Heute waren Feya und Papa gemeinsam einkaufen. Da Mama sich eine Sehne am linken Daumen gerissen hat und eine Manschette tragen muss, wollten wir alle schweren Sachen für Feyas Geburtstagspartys kaufen. So fuhren wir ins Rathauscenter und die erste Station war der Bioladen. Papa hatte einen großen Einkaufswagen und Feya einen kleinen, in dem schnell Obst und Gemüse landete. Doch dann kamen wir an der Spielecke vorbei und Feya wollte ein Buch anschauen. Papa fragte, ob sie dort sitzen bleiben möchte, während er den Einkaufszettel abarbeitet, und sie stimmte zu so lange dort sitzen zu bleiben, bis der Papa wieder da ist.

Keine fünf Minuten später stand der Papa wieder vor der Spielecke, aber keine Feya und kein kleiner Einkaufswagen war zu sehen. Schnell kontrollierte der Papa alle Gänge des Bioladens, doch keine Feya war zu sehen. Die Bedienungen an Fleisch- und Backtheke hatten nichts gesehen, empfahlen jedoch, Feya von der Center-Information aus ausrufen zu lassen.

Der Papa lief vorher noch durch die benachbarten Läden, die Rolltreppe rauf und runter (das macht Feya besonders gerne) und sogar schnell zum Auto und zurück, falls sie auf der Suche nach dem Papa diesen Weg gewählt hatte. Doch nirgends war etwas zu sehen oder zu hören von Feya. Zu diesem Zeitpunkt machte sich der Papa schon größere Sorgen, hatte doch nur ein paar Tage vorher eine Jugendliche ein Kleinkind aus einem Supermarkt entführt und war bis Hannover entkommen.

Zuerst aber wollte er noch das Ausrufen probieren, auch wenn er Feya keinen Treffpunkt wie in dem Conny-Buch „Conny geht verloren“ nennen konnte, den sie problemlos gefunden hätte. Doch schon auf dem Weg zur Center-Information hörte er eine Durchsage: Ein kleiner, vierjähriger Junge in roter Jacke sucht seinen Papa; er möge bitte zur Information kommen. Und tatsächlich: Hinter dem Tresen an der Information saß Feya und war sichtlich erleichtert, dass der Papa sie abholen kam.

Wie sich herausstellte hatte ein Mann sie mit dem kleinen Einkaufswagen zusammen gefunden und zur Information gebracht. Dort hatte Feya ihren Namen genannt (Feya Heinze, doch verstanden haben sie nur Heinz) und war ein wenig mit dem Alter durcheinander gekommen, hatte jedoch auch berichtet dass sie mit dem Papa zusammen einkaufen war und die Mama zu Hause geblieben war.

Papa und Feya waren sehr glücklich, dass alles so glimpflich ausgegangen war und sie musste versprechen, beim nächsten Mal auf den Papa zu warten.